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Altersgerechtes Wohnen

Vom klassischen Alters- und Pflegeheim über betreutes Wohnen in einer Alterswohnung oder Seniorenresidenz bis hin zur Senioren-WG – heute gibt es diverse Alternativen fürs Wohnen im Alter. Am besten überlegen Sie sich frühzeitig, wo Sie Ihren Lebensabend verbringen möchten, wägen Vor- und Nachteile der verschiedenen Wohnmodelle gegeneinander ab und überlegen sich, was Ihrer Situation und Ihren Bedürfnissen am besten entspricht.

Bedürfnisse klären

Fragen, die sich stellen, sind beispielsweise: Bin ich allein oder mit Partner? Brauche ich gesundheitliche Betreuung und Hilfe im Haushalt? Wie viel Hilfe können und wollen Angehörige leisten? Wie wichtig ist es mir, in den eigenen vier Wänden zu bleiben? Wie viel Privatsphäre brauche ich, wie viel sozialen Austausch mit Angehörigen, Freunden, Gleichaltrigen, Nachbarn? Und wo genau möchte ich alt werden: Möglichst nah bei Angehörigen und Freunden? Im Stadtzentrum und nah am Geschehen oder an einem idyllischen Ort im Grünen? Nicht zuletzt stellt sich die Frage der Finanzen: Was kann und will ich mir leisten?

Altersgerecht wohnen in den eigenen vier Wänden

Wer sein vertrautes Wohnumfeld auch dann nicht verlassen möchte, wenn er oder sie einmal weniger mobil sein wird und Pflege und Unterstützung im Haushalt braucht, sollte sich frühzeitig Gedanken machen über die Möglichkeiten altersgerechten Wohnens in den eigenen vier Wänden. Wohneigentümer sollten sich überlegen, ihr Haus oder ihre Eigentumswohnung baulich so anzupassen, dass sie sich auch mit körperlichen Einschränkungen noch gut darin zurechtfinden. Braucht es einen Treppenlift oder eine Duschnische anstelle einer Badewanne? Oder ist das Haus nach Auszug der Kinder zu gross und kann in mehrere Wohnungen aufgeteilt werden – beispielsweise eine hindernisfreie im Erdgeschoss und eine darüber, die vermietet oder Angehörigen zur Verfügung gestellt wird? Anregungen bietet das Buch «Weiterbauen. Wohneigentum im Alter neu nutzen» der Architektin Mariette Beyeler. Auch ohne Umbau kann man sich überlegen, ein Zimmer oder Teile des Hauses zu vermieten oder im Austausch gegen Hilfe im Haushalt kostenlos anzubieten. «Wohnen für Hilfe» vermitteln etwa Pro Senectute Zürich und ConvivaPlus.ch. Das kann sozialen Austausch bieten und gleichzeitig das Budget entlasten.

Wohn- oder Hausgemeinschaft

Wem Geselligkeit und sozialer Austausch wichtig sind, der sollte sich überlegen, ob eine Wohngemeinschaft oder eine Hausgemeinschaft vielleicht das Richtige ist. Bei einer Hausgemeinschaft hat jede Partei eine eigene Wohnung mit Küche und Bad, man hat aber auch Räume zur gemeinsamen Nutzung. In der Wohngemeinschaft teilt man sich alle Gemeinschaftsräume – da ist es sehr wichtig, dass die Chemie zwischen den Mitbewohnern stimmt. Daher sollte man sich wenn möglich bereits vorher kennen oder genügend Zeit fürs Kennenlernen nehmen. Und auch klären, wie stark man sich allenfalls gegenseitig unterstützen kann. Nach Leuten für eine Wohn- oder Hausgemeinschaft suchen können Sie beispielsweise auf der Online-Plattform Wohnform50plus.

Spitex, Haushaltshilfe

Gesundheits- und Krankenpflege in den eigenen vier Wänden wie auch Unterstützung im Haushalt bietet unter anderem die Spitex an. Je nach lokaler Spitex-Organisation kann man auch weitere Dienstleistungen wie beispielsweise einen Fahr- oder Mahlzeitendienst oder Coiffure zu Hause in Anspruch nehmen. Auch Pro Senectute und diverse private Organisationen bieten Dienstleitungen rund um Pflege und Haushalt an. Die Stadt Zürich oder das Forum 55+ Basel-Stadt bieten Tipps und Publikationen zu privaten Pflege- und Haushaltshilfen.

Betreutes Wohnen in Alterswohnung oder Alterssiedlung

Als Alternative zu selbst organisierten Wohn- und Hausgemeinschaften errichten unterdessen auch Unternehmen, Kantone oder Gemeinden vermehrt Häuser, Zentren oder ganze Wohnsiedlungen mit so genannten Alterswohnungen. Die Wohnungen selbst sind meist relativ klein und hindernisfrei, haben Küche, Bad und einen 24-Stunden-Notfallservice und können mit eigenen Möbeln eingerichtet werden. Je nach Bedarf können auch Mahlzeiten eingenommen und weitere Dienstleistungen bezogen werden, manchmal in einem nahe gelegenen Alters-oder Pflegeheim. Manche Alterszentren sind so ausgelegt, dass mehrere Generationen unter einem Dach wohnen oder sich in Gemeinschaftsräumen begegnen. Manche setzen gezielt auf Nachbarschaftsnetzwerke und Nachbarschaftshilfe.

Alters- und Pflegeheim

Schliesslich bleibt auch der Eintritt in ein klassisches Alters- oder Pflegeheim. Oft geben diese Einrichtungen gewisse feste Tagesstrukturen vor, die den persönlichen Spielraum der Bewohnenden ein Stück weit einschränken können. Gleichzeitig müssen sich Bewohner nicht um den Haushalt sorgen und geniessen neben Pflege und medizinischer Versorgung auch ein hohes Mass an Sicherheit sowie ein vielfältiges Angebot für Begegnung und gemeinsame Aktivitäten. Holen Sie am besten Informationen über mehrere Alters- und Pflegeheime ein und finden Sie allenfalls in einem Schnupperaufenthalt heraus, ob Sie sich in einer Einrichtung wohl fühlen.

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