Die Seebestattung

Die Seebestattung

Das Wasser hat als eines der Urelemente den Menschen schon immer fasziniert. Ohne Wasser ist kein Leben möglich, aber gleichzeitig stellt das Wasser auch eine tödliche Gefahr dar. Diese Faszination des Wassers zieht viele Menschen auch im Zusammenhang mit dem Tod an, deshalb haben Bestattungen im Wasser auch eine lange Tradition. Vielen Menschen gefällt die Vorstellung, nach ihrem Tod sehr schnell wieder eins mit der Natur zu werden und so in den ewigen Kreislauf des Lebens integriert zu werden.

 

Aus Indien kennt man den Brauch, die Toten den Fluten des heiligen Flusses Ganges anzuvertrauen, damit ihre Seelen dort ihre Ruhe finden können. Und unter allen Seeleuten ist es seit Jahrtausenden der Brauch, dass die Verstorbenen im Wasser bestattet werden. Dies wurde sogar dann so gehandhabt, wenn ein Seemann an Land verstorben war – er wurde dennoch seinem Element, dem Wasser, wieder übergeben. Er hat auf ihm gelebt, mit ihm gekämpft und es genutzt, und daher soll er auch im Tode mit ihm vereint sein auf ewig.

Diese Form der Naturbestattung ist aber auch für Menschen attraktiv, die ihr Leben nicht auf dem Wasser verbracht haben. Die Ruhe eines Sees, seine stille Schönheit und unergründliche Tiefe bieten sicher eine passende und eindrucksvolle Atmosphäre, um von einem geliebten Menschen Abschied zu nehmen. Ein stiller Bergsee mit seinem Panorama ergreift mit seiner Ausstrahlung bestimmt jeden, der seine Trauer bewältigen und einen würdigen Abschied nehmen möchte.

Die Seebestattung heute

Nach wie vor kann der Fall eintreten, dass ein verstorbener Mensch auf hoher See bestattet werden muss, aber unter einer Seebestattung versteht man heute, dass die Asche eines Verstorbenen dem Meer oder einem See übergeben wird. Eine vorherige Kremation ist also eine zwingende Voraussetzung für eine Seebestattung, ein Leichnam kann nicht direkt bestattet werden.

Die Seebestattung kann in der Schweiz durch einen Bestatter organisiert werden. Dabei hat man die Wahl, ob die Angehörigen die Urne und die Zeremonie begleiten oder aber der Bestatter die Seebestattung allein vornimmt. Die Hinterbliebenen erhalten dann eine Erinnerungskarte und die Koordinaten, an denen die Asche dem Wasser übergeben wurde. Die Asche kann dabei direkt oder in einer speziellen Urne, die im Wasser biologisch abbaubar ist, in den See gegeben werden. Wenn es gewünscht wird, kann der Bestatter natürlich auch noch ein Leichenmahl oder eine kleine Abdankungsfeier organisieren.

Die Seebestattung kann aber auch ohne einen Bestatter vorgenommen werden. Man sollte sich in seiner Gemeinde erkundigen, was wo zulässig ist, und ob eine spezielle Genehmigung benötigt wird. Die Vorschriften dazu sind sehr unterschiedlich, daher ist die vorherige Information sehr an zu raten.

Kritik an der Seebestattung

Eine Seebestattung wird üblicherweise in Regionen des Gewässers vorgenommen, in denen kein Wassersport betrieben oder gefischt wird. Dennoch wird zunehmend Kritik von Bürgern laut, die sich an der Vorstellung stören, in der Asche verstorbener Menschen zu schwimmen. Das ist natürlich nicht spürbar, aber die Phantasie spielt eben auch ihre Rolle. Daher bleibt abzuwarten, ob die Zukunft strengere Regeln bringen wird und die Möglichkeiten der Seebestattung auf bestimmte Bereiche eingeschränkt werden.