Suchen Sie in 24.061 Anzeigen

Verträge

Es gibt Verträge, die mit dem Tod des Vertragspartners automatisch erlöschen (Arbeitsvertrag und Krankenkasse zum Beispiel). Andere aber laufen weiter uns müssen gekündigt werden.

Wird die Krankenkasse schriftlich (mit dem Todesschein im Anhang) über das Ableben ihres Versicherungsnehmers informiert, so erlischt der Versicherungsschutz umgehend. Dabei spielt es keine Rolle, ob die versicherte Person lediglich über eine Grundversicherung verfügte oder zusätzlichen Versicherungsschutz genoss. Überhaupt jegliche Personenversicherung erlischt mit dem Ableben des Versicherungsnehmers. Lebensversicherungen kommen mit dem Tod der versicherten Person zur Auszahlung.

Auch ein Arbeitsvertrag erlischt automatisch, wenn der Arbeitnehmer gestorben ist. Der Arbeitgeber steht aber noch in der Pflicht, wenn der verstorbene Arbeitnehmer verheiratet war und/oder für minderjährige Kinder aufkommen musste. In diesem Fall ist der Arbeitgeber verpflichtet noch mindestens einen Monatslohn an die Hinterbliebenen zu entrichten. Bei einer Anstellungsdauer von fünf Jahren und mehr sogar zwei Monatsgehälter. Hat der Arbeitnehmer eine Lebenspartnerin unterstützt und ist kein Ehepartner oder sind keine minderjährigen Kinder zu berücksichtigen, so steht auch dieser eine entsprechende Zahlung zu.

Laufende Mietverträge müssen von den Hinterbliebenen gekündigt werden. Dabei spielt die vereinbarte Laufzeit keine Rolle. Auch langfristige Mietverträge können nach dem Tod des Mieters gekündigt werden. Und zwar auf drei Monate bei Wohnungen und auf sechs Monate für Geschäftsräume und –liegenschaften. Selbstverständlich sind individuelle Lösungen möglich, so beide Parteien damit einverstanden sind.

Sachwertversicherungen gehen mit dem Wechsel des versicherten Gegenstandes automatisch an die neue Besitzerin, den neuen Besitzer über. Der oder die neuen Inhaber können den Versicherungsschutz innerhalb von dreissig Tagen nach Bekanntwerden des Todesfalles ablehnen. Selbstverständlich müssen auch diese Formalitäten schriftlich erledigt werden.

Grundsätzlich gilt: Man soll sich bitte nicht auf das "Automatische" verlassen. Lieber ein Kündigungsschreiben zu viel verfassen, als eines zu wenig. So ein Schreiben braucht nicht viel Aufwand; es soll kurz abgefasst, aber mit den nötigen Informationen versehen sein. Ein mögliches Beispiel:

 

Einschreiben

 

Anrede

Name

Strasse

Ort

 

Kündigung

 

Sehr geehrte Damen und Herren

 

In meiner Kompetenz als ………. (Nachlassverwalter, Erbberechtigter, etc.) informiere ich Sie über den Tod Ihres Vertragspartners / Versicherungs-nehmers Hans Muster, Mustergasse 1, 1234 Musterdorf. Eine Kopie des Todesscheins lege ich diesem Schreiben bei.

 

Ich kündige den noch laufenden Vertrag auf den nächstmöglichen Termin. Sollte ein Guthaben bestehen, so bitte ich Sie, dieses mit dem beiliegenden Einzahlungsschein zu überweisen.

 

Bitte bestätigen Sie mir die Kündigung des Vertrages mit Angabe des definitiven Kündigungsdatums. Wenn Sie eine Möglichkeit sehen, den Vertrag vor der gesetzlichen Frist aufzulösen, so teilen Sie mir dies bitte mit.

 

Mit freundlichen Grüssen

 

Im Auftrag der Erbengemeinschaft: / der/die Erbberechtigte:

(Name und Unterschrift der Absenderin, des Absenders)

Autor: haug, wiezel: publikationen