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Hinterlassenschaft im Netz

Die neuen Medien machen eine neue Form des Erinnerns möglich: Die digitale Gedenkstätte im Netz zeigt Fotos und Videos aus dem Leben des Verstorbenen. Zugriff haben nur autorisierte Personen. Wer sich interessiert, findet auf www.stayalive.com entsprechende Hilfe.

 

 Weiterleben im Netz: in Bild und Ton. Ist das Urnengrab, die irdische Grabstätte eher der Ort um in   aller Ruhe zu gedenken, um im Schweigen zu verharren, so bietet das Internet mit Hilfe von Tondokumenten und dank bewegten Bildern die fortwährende akustische und visuelle Auseinandersetzung mit der verstorbenen Person.

 

Wer aktiv im Internet unterwegs ist, sei es auf Plattformen wie Facebook, Twitter und Co. oder wer gar eine eigene Website unterhält, der sollte darauf achten, dass eine Person seines Vertrauens Zugriff auf die Daten hat, das heisst, die Passwörter kennt, falls ihm etwas zustösst. Ohne Passwörter bleibt jeglicher Zugang verwehrt und die Daten bleiben im Netz hängen. Ohne die nötigen Zugangsdaten ist es den Hinterbliebenen praktisch unmöglich, das digitale Erbe zu verwalten. Und ganz wichtig: auch zu schützen.

 

Bei Facebook haben die Angehörigen eines verstorbenen Account-Besitzers die Möglichkeit den Status von aktiv in passiv umzuwandeln. Sämtliche Kontaktinformationen und Updates werden gelöscht. Die Bilder aber und das Profil bleiben weiterhin aufgeschaltet.

 

Wer nach seinem Tod nicht weiterhin im Internet präsent sein möchte, der handelt klug, wenn er rechtzeitig einen spezialisierten Anbieter damit beauftragt, seine Internet-Accounts nach seinem Ableben zu deaktivieren oder wenn gewünscht, zu ändern oder an eine Person seines Vertrauens zu übertragen.

 

Google ermöglicht rechtzeitig benannten Angehörigen den Zugriff auf das E-Mail-Konto des Verstorbenen: Bleibt das Google-Konto aktiv, erhalten die Vertrauten eine E-Mail mit den Zugangsdaten zum G-Mail-, Youtube- und/oder Twitter-Konto. Mit diesem Schritt geht Google das erwähnte Problem, dass nämlich die Hinterbliebenen ausgerechnet in einer Zeit, in der sie ohnehin emotional belastet sind, die Zugangsdaten für Bankkonten, Computer und E-Mail-Fächer mühsam zusammensuchen müssen, aktiv an.

 

Die Zeiten ändern sich rasch, die digitale Welt rast. Wer über den Tod hinaus seine Daten in sicheren Händen wissen will, der deponiert sie mit Vorteil in einem professionellen Online-Speicher und gibt gleichzeitig den Auftrag, sein digitales Erbe in seinem Sinne zu verwalten. Das Unternehmen Secure-Safe zum Beispiel wirbt damit, dass es die Daten in einem ehemaligen Militärbunker in der Schweiz speichert. Sicher ist sicher.

 

Wie auch immer: Wer der digitalen Hinterlassenschaft nicht recht trauen mag, für den gibt es natürlich die analoge Methode. In einem handschriftlich abgefassten Testament lassen sich sämtliche Accounts mit den dazu passenden Zugangsdaten aufführen, verbunden mit den Anweisungen, wie mit all den Dokumenten und Bildern im Internet nach seinem Tod zu verfahren sei. 

Autor: haug, wiezel: publikationen