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Der nicht natürliche Tod

Was ist am Tod nicht natürlich? Die Antwort lautet: Wenn er auf Grund einer Fremd- und/oder äusseren Einwirkung eintritt. Das heisst: Opfer eines Tötungsdeliktes oder eines Unfalles sterben einen nicht natürlichen Tod. Auch der Suizid zählt zu den nicht natürlichen Toden.

 

Liegt der Verdacht auf Tötung (auch Selbsttötung) vor, greift die Polizei von Amtes wegen ein und veranlasst eine Leichenschau. Gleiches gilt für die Opfer eines Unfalles. Die Polizei muss also in jedem Fall und immer informiert werden.

 

Die Leichenschau ist keine Obduktion

Die Leichenschau dient der Feststellung der Todeszeit, der Todesursache und auch der Todesart. Bei der Leichenschau wird der entkleidete Leichnam durch den Amtsarzt untersucht. Können sämtliche Fragen befriedigend beantwortet werden, brauch es keine Obduktion. Wenn nicht, wird eine Obduktion angeordnet.

Bei der Obduktion (aus dem Lateinischen obducere «bedecken, verhüllen»), auch Autopsie (aus dem Griechischen autopsía «mit eigenem Blick») genannt, wird die Leiche geöffnet. Aus dem Brust- und Bauchraum werden die Organe entfernt und separat untersucht. Auch das Gehirn wird entnommen und genau examiniert. Nach Abschluss der Untersuchungen wird der Leichnam wieder soweit hergestellt, dass die Hinterbliebenen vom Eingriff nichts mitbekommen.

Die Frage, ob eine Obduktion verhindert werden kann, stellen Angehörige immer wieder. Die Antwort ist schweizweit die gleiche: Eine Obduktion – wie eine Leichenschau auch – können Familienangehörige nicht verhindern, wenn sie aus kriminal- oder gesundheitspolizeilichen Gründen angeordnet wird. Dabei bleibt der Leichnam für die Zeit der Untersuchung im jeweiligen Gerichtsmedizinischen Institut. Angehörige haben in dieser Zeit keinen oder nur sehr erschwerten Zutritt zum Verstorbenen.

Wer nicht obduziert werden will, kann dies in seiner Patientenverfügung vermerken. Allerdings ist diese Verfügung nur verbindlich, wenn sie die oben erwähnten polizeilichen Gründe nicht tangiert.

 

Das Vorgehen im Fall eines Verbrechens, Unfalls oder einer Selbsttötung

Benachrichtigen Sie den Notfallarzt (Telefon-Nr. 1811) und/oder die Polizei (Telefon-Nr. 117). Die Polizei muss nicht nur bei schweren Verkehrsunfällen und Suiziden, sondern auch bei Arbeits-, Haushalts- und anderen Unfällen mit tödlichem Ausgang beigezogen werden. Die Polizei oder die Staatsanwaltschaft meldet den Todesfall dem zuständigen regionalen Zivilstandsamt, damit der Tod beurkundet werden kann, und leitet – wenn nötig – weitergehende Untersuchungen, wie die erwähnte Leichenschau oder die Obduktion, ein.

Autor: haug, wiezel: publikationen